Leder

Was genau ist Leder?

Leder ist ein durch Gerbung haltbar gemachte Tierhaut.
Es ist ein sehr strapazierfähiges und langlebiges Material und unverwechselbar in seiner markanten Schönheit. 
Die positiven Eigenschaften von Leder machen es zu einem kostbaren Produkt.

Da Leder sehr vielfältig ist, wird es in den verschiedensten Bereichen eingesetzt.
Beispiele sind unter anderem  Taschen, Geldbörsen, Westen, Mäntel oder auch in Fahrzeugen als Verdeck -oder Sitzbezug.


Welche Lederarten gibt es?

Es gibt sehr viele Arten von Leder. Im nachfolgenden werde ich einen kleinen Teil davon aufführen.



Blankleder                                                                                                                 Nappaleder

Blankleder oder Kernleder ist ein pflanzlich gegerbtes , mäßig gefettetes Rindsleder (Kuh- und Kalbinnenhäute oder mittlere Bullenhäute) welches eine Stärke von mindestens 2,5 mm. 

Die Festigkeit und Dicke machen das Leder sehr widerstandsfähig. Gutes Blankleder erfordert je nach Stärke eine Gerbdauer von etwa 2 - 4 Monaten.          Der Fettgehalt des fertigen Leders beträgt etwa 4 - 10%. Es gibt ungefärbtes, durchgefärbtes oder pigmentiertes Blankleder. Blankleder können auch geprägt/punziert werden.

Das Leder wird z.B. für Reitsättel, Fahrradsättel, Taschen, Schulranzen, Gürtel oder Riemen verwendet.


Nappaleder ist die Allgemeinbezeichnung für Leder aus Häuten verschiedener Tiere, welches narbenseitig verarbeitet wird.                 
Das Leder wird meist chromgegerbt und ein vollnarbiges Glattleder.

Nappaleder war ursprünglich nur die Bezeichnung für Handschuh- und Bekleidungsleder. Dieses Leder war für seine besondere Weichheit bekannt.

Heute ist Nappaleder jedoch ein Sammelbegriff.

Es gibt Hersteller, welche den Begriff "Nappa" benutzen um eine sehr gute Qualität oder eine ausgeprägte Weichheit in den Vordergrund zu stellen.

Leider ist die Bezeichnung "Nappa" nicht klar definiert, somit kann man sich nicht auf ausgeprägte Weichheit oder gute Qualität verlassen.

Walkleder                                                                                                                  Bodenleder

Walkleder werden bewusst nicht ganz durchgegerbt, kurz gesagt bleibt in dem Leder eine nicht gegerbte Mittelzone. Dieses Leder wird vorwiegend zu Nassformen verwendet, weshalb es für orthopädischen Formstücke, Prothesen oder Stützen verwendet werden kann.

Nach dem Trocknen ist dieses Leder besonders Formstabil.

Bodenleder (meist Rindsleder) werden Leder bezeichnet, welche für die Herstellung von Lauf- und Zwischensohlen, Innensohlen, Kedern(Randverstärkung) und Absätzen eingesetzt werden.

Hochwertige Bodenleder werden generell nach alten Verfahren gegerbt, was die Haltbarkeit erhöht.
   



Nubukleder                                                                                                      Verlour-/Verloursleder

Nubukleder sind auf der Narbenseite angeschliffene Leder, welche eine charakteristische samtige Oberfläche aufweisen.  Das Leder wird durch das Schleifen sehr weich im Griff und kann besser "Atmen".

Im Gegenzug wird das Leder deutlich anfälliger gegen Flecken oder Verspeckung, sowie auch gegen Auswirkungen von UV-Strahlen (bleicht aus).       Nubukleder werden hauptsächlich aus Häuten vom Rind bzw. Kalb hergestellt. Aber auch Ziegen-, Lamm- oder Hirschleder werden zu Nubuk verarbeitet. 




Es gibt zwei Arten von Verloursleder, zum einen die nach unten weg gespaltene, beidseitig velourige Oberfläche einer Haut und die nach oben verarbeitete, nicht beschichtete Rückseite einer Lederhaut. 

Im Vergleich zum  Nubukleder ist das Veloursleder deutlich aufgerauter. 




Wildleder                                                                                                           Fettleder

Wildleder ist der Oberbegriff  für Leder von wildlebenden Tieren z.B. Hirsche, Elche, Känguru usw. Da Wildtiere nicht in großen Stückzahlen wie Rinder, Ziegen, Schafe und Schweinen geschlachtet werden können, ist es nicht so häufig vorhanden. 

Auch weißen Wildleder vermehrt Hautkrankheiten oder Insektenstiche auf, was die verwendbare Menge einschränkt, jedoch ein Merkmal eines "echten Wildleders" ist.

Fälschlicherweise werden im Alltag meist Leder mit angeschliffener Oberfläche als Wildleder bezeichnet. Die richtige Bezeichnung hierfür ist Rauhleder.




Fettleder sind Glattleder  oder Rauleder, auf welche ein fettiger Farbauftrag erfolgte.

Diese Leder sind robust haben aber den großen Nachteil das diese sehr schnell gebrauchspuren aufweisen.