Das Gerben

Leder hat eine Geschichte. Ein Teil davon ist das Gerben. Auf dieser Seite erfahren Sie etwas über das Gerben und einige Arten des Gerbens. 


Was ist Gerben?

Als Gerbung bezeichnet man den langfristigen Konservierungsprozess der Tierhaut mit Hilfe von Gerbstoffen. Die Gerbung ist dabei nur ein Teil der Herstellung von Leder. Bei der Gerbung gehen die Gerbstoffe eine chemische Verbindung mit dem Fasergefüge der Tierhaut ein, die die Verhärtung und den Verfall der Tierhaut verhindert und diese langfristig stabilisiert bzw. vor Verwesung schützt.

Welche Gerbarten gibt es?

Die traditionellen Gerbverfahren sind Teils uralt. Sie lassen sich dabei nach Gerbstoffen wie folgt einteilen:


Loh- oder Rotgerbung

Loh- oder Rotgerbung: Diese erfolgt durch pflanzliche Gerbstoffe, z. B. Rinden, Hölzern, Blättern, Wurzeln und Früchten. Diese wird besonders bei Rinderhäuten angewandt, was zu einem sehr festen, langlebigen und robusten Leder führt. Charakteristisch bildet das so gegerbte Leder nach und nach eine Patina, welche das Leder abdunkeln lässt. 


Das hergestellte Leder bezeichnet man daher als pflanzlich (vegetabile) gegerbt.

Die einzelnen Verfahren nennt man Fassgerbung, Grubengerbung und Altgrubengerbung.

Die Altgrubengerbung bringt vergleichsweise das festeste Leder hervor, hingegen ist das in Fassgerbung hergestellte Leder weich. 


Sämisch- oder Ölgerbung

Sämisch- oder Ölgerbung: Bei dieser Art des Gerbens werden verschiedene Fette oder Öle z.B. Tran oder Talk verwendet. Dazu wird dieses in die Haut eingeknetet und anschließend übereinander gestapelt. Es werden hauptsächlich Hirsch-, Reh-, Schaf- und Ziegenhäute verwendet. Sämisch gegerbtes Leder ist äußerst weich und geschmeidig. 


Alaun- oder Weißgerbung

Alaun- oder Weißgerbung: Diese ist eine mineralische Gerbung und arbeitet mit Alaun (Kaliumaluminium -oder Aluminiumsulfat). Die Alaungerbung ergibt ein helles Leder. Die Häute werden im Fass einige Stunden bewegt und anschließend werden die Salze mit Soda neutralisiert. Streng genommen ist dies nur eine Konservierung, da die Gerbung mit Wasser ausgewaschen werden kann. 


Chromgerbung

Chromgerbung: Ist eine mineralische Gerbung welche erst Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde. Wie der Name vermuten lässt, arbeitet die Art des Gerbens mit Chrom- und anderen mineralischen Salzen. Dieses sehr kurze Verfahren ergibt ein sehr geschmeidiges Leder. Leider ist diese Methode nicht Umweltschonend.   


Kombinationsgerbung

Zudem gibt es noch verschiedene Kombinationsgerbungen

Wie lang gibt es das Gerben schon?

Steinzeit

Schon bei den Jägern und Sammlern wurden Häute gejagter Tiere genutzt. Sie fanden Verwendung als Kleidungsstück. Die Häute wurden getrocknet und eventuell geräuchert. Um das "Leder" weicher zu machen bzw. abzudichten (imprägnieren) wurden auch Fette in die Haut eingearbeitet. Dies ist zwar eine Art der Konservierung, jedoch keine echte Gerbung. 

   

Ägypten

Bei den Ägyptern ist die Verarbeitung von Fellen und Häuten bekannt. Die konservierenden Eigenschaften von Alaun und gerbstoffhaltigen Pflanzen waren zu ihrer Zeit schon bekannt. Aus verschiedenen Abbildungen in Gräbern, welche um 1600 v. Chr. datiert sind ist ersichtlich, das Leder verarbeitet wurde 

Mittelalter

Im Mittelalter war der Gerbprozess mit starkem Gestank verbunden. Da die Auswahl an Chemikalien recht spärlich war, wurde auch auf Urin bzw. Kot zurückgegriffen. Hinzu kam der Geruch der Verwesung aufgrund der geringen Möglichkeiten unbehandelte Häute zu konservieren. Deshalb hatten Gerbereien einen schlechten Ruf und waren außerhalb der Städte zu finden. Auch bezeichnet man die Gerberei als unreines Handwerk..